Teddy – Kapitel 9

…Fortsetzung von

Als Teddy in ihrer Hängematte erwachte, stellte sie fest, dass sie fast den ganzen Tag verschlafen hatte. Doch sie wusste nun, was zu tun war. Sie brauchte einen Ausgleich. Sie hatte die letzten Wochen fast nur mit Schreiben verbracht. Es wurde Zeit, dass sie auch wieder etwas ganz anderes tat. Sie würden den Domitak besteigen. Der Berg ragte direkt vor ihr auf und schien sie herauszufordern. Nun, diese Herausforderung würde sie annehmen.

Doch erstmal brauchte sie eine Abkühlung. Und so zog sie sich ihren Bikini an und schmiss sich in den See. Sie durchquerte den See 2x und hatte anschließend das Gefühl, den Kopf total freibekommen zu haben. Ihr Weg lag auf einmal klar vor ihr. Sie brauchte einen körperlichen Ausgleich. Mit diesem Vorsatz fuhr sie erstmal in die nächstgelegene Stadt und holte sich eine Wanderausrüstung. Milka war mit ihr gekommen, da sie selbst auch neue Sportsachen brauchte.

Als die Mädels fertig waren mit „shoppen“ im Sportgeschäft, holten sie noch ein paar Konserven. Eigentlich schade, dass so viele Nahrungsmittel nicht mehr gegessen wurden und somit schlecht wurden und verfaulten. Soviel unnötig produzierte Waren. Gott sei Dank hatte schon jemand die leicht verderblichen Lebensmittel wie Obst und Gemüse schon entsorgt, sonst hätten sie in das Geschäft nicht gehen können. Übrig geblieben waren in dem Supermarkt nur mehr ein paar Tiefkühlprodukte und einige wenige Fertiggerichte.

In ihrer kleinen Künstlerkolonie hatten sie Gott sei Dank schon für Nachschub gesorgt. Obst und Gemüse gedieh mittlerweile wunderbar. Außerdem hatten sie auch schon einige Tiere. Milka hatte ihre Schafe, aus deren Wolle sie Kleidung für alle herstellte und Belasi und Gondul hatten 2 Kühe und 2 Ziegen. Zumindest für Milch war also gesorgt. Und Ribult versuchte sich gerade darin aus der gewonnen Milch, selbst Käse herzustellen.

Hin und wieder fühlte sich Teddy als wäre sie um Jahrhunderte zurück versetzt worden. Nahrungsmittel wurden für den Eigenbedarf selbst angepflanzt und im Garten hielt man sich Tiere. Andererseits kommunizierten sie übers Internet, und waren mit der ganzen Welt vernetzt. Doch so surreal es oftmals wirkte, wenn sie einerseits Belasi ihre Kuh melken sah und gleich daneben Gondul im Internet surfte, so toll passte es andererseits zusammen.

Die Nahrungsmittel aus dem eigenen Garten schmeckten auch gleich ganz anders. Worauf Teddy allerdings gespannt war, was passieren würde, wenn die Fleischvorräte in den Kühllagern, zu Ende gingen. Im Nebenort hatten sie ein riesiges Kühllager entdeckt, was sie sukzessive leerten, doch irgendwann war auch das Lager leer. Sie selbst würde ganz sicher kein Tier töten um an Fleisch zu kommen, da würde sie vorher freiwillig zum Vegetarier. Sie war sich aber ziemlich sicher, dass viele ihrer Freunde sich darüber noch keine Gedanken gemacht hatten. War ja auch noch nicht notwendig. Noch gab es genug Fleischvorräte und auch in den letzten Fertiggerichten war Fleisch verarbeitet. Doch viel gab es davon auch nicht mehr. Was Teddy aber nicht weiter störte.

Schon komisch wie sich ihre Einstellung langsam veränderte. Früher hatte sie immer gern Fleisch gegessen, doch wenn das bedeuten würde, eine ihrer Kühe oder eine Ziege im Nachbarsgarten, töten zu müssen, würde sie freiwillig darauf verzichten. Fleisch war für sie nur solange interessant, solange sie das Tier, von dem es kam, nicht kannte. Nun, darüber konnte sie ja noch nachdenken, wenn sie ab morgen den Domitak erkunden würde.

© Libellchen, 2011

und weiter gehts…

2 Kommentare zu “Teddy – Kapitel 9

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