Abscheu

Letztens sah ich einen Ausdruck in dem Gesicht eines Menschen, der mich total erschreckt hat. Es war Neid, Missgunst und Hass. Es war offensichtlich. Zumindest für mich. Seit ich diesen Ausdruck gesehen habe, geht er mir nicht mehr aus dem Kopf. Solche Gefühle entfesseln Kriege, da bin ich mir ganz sicher. Solche Gefühle liefern Kriegen die Nahrung, die sie brauchen um fort geführt zu werden.

Der Mensch der mir diese Gefühle gezeigt hat, war keine 2 Meter von mir entfernt. Es war kein Mensch im Fernsehen. Er war zum Greifen nahe. Das hat mich noch mehr erschreckt. Es war kein Diktator am anderen Ende der Welt. Es war der Mann der mich groß gezogen hat. Und es ging um eine halbe Torte. Wie sehr kann man einen Menschen hassen, dass man ihm eine halbe Torte missgönnt? Vor allem wenn der Mensch, der Einzige ist, der regelmäßig vorbei kommt und sich um alles kümmert? Der Mensch der für einen Besorgungen macht, der einen zum Arzt bringt, der einem alle Wege erledigt, die man selbst nicht mehr schafft. Wieso kann man diesen Menschen soviel Abscheu entgegen schleudern?

Ich habe keine Ahnung. Gott sei Dank! Ich kann diese Gefühle nicht nachvollziehen. Ich habe mich länger mit dem fürsorglichen Menschen unterhalten und dabei wurden mir die Augen geöffnet. Sie hat mir gesagt, wie der Mann den ich lange Zeit vergöttert hatte, wirklich ist. Und es hat mich nicht überrascht. Ich habe es lange nicht gesehen. Als ich ein Kind war, wollte ich ihn glücklich machen. Dann war ich eine junge Erwachsene und wollte dass er stolz auf mich ist. Und dann kam unser Streit und er hat mir sein wahres Gesicht gezeigt. Doch dieser Ausdruck voller Abscheu, ist mir erspart geblieben.

Seit ich sein wahres Gesicht kenne, ist mir egal was er von mir hält. Ich weiß, dass ich besser bin. Gut das ist nicht schwer. Er hält ja auch nichts von mir. Doch es gibt da diesen einen Menschen, der ich sehr dankbar bin für das was sie tut, und sie erntet noch mehr Hass und Missgunst als ich. Bei mir packt er nur das überhebliche Lächeln aus, das man braucht um geistig behinderte zu beruhigen. Doch sie bekommt all seine negativen Gefühle ab. An ihr lässt er alles aus. Alles was er sich bei mir gar nicht trauen würde.

Trotz allem hat mir der fürsorgliche Mensch gesagt, dass mich meine Großeltern lieben. Nun, damit hab ich ein Problem. Sie haben nämlich keine Ahnung wer ich bin. Sie wollen es gar nicht wissen. Ich glaube, dass sie mich lieben. Doch sie sehen in mir auch nur das, was sie sehen wollen. Deshalb zählt es auch nichts. Doch das ist egal. Ich habe Freunde die mich wirklich mögen. Mich. Nicht ein Bild von mir, das ich nicht bin. Solche Freunde hatte ich auch, doch die sind, Gott sei Dank, weg. Sie waren der Übergang für mich. Von den Menschen die mich für einen unfähigen Idioten halten, zu Menschen die mich so mögen, wie ich bin. Dazwischen gab es Menschen, die jetzt keine Rolle mehr spielen in meinem Leben. Denn auch sie kannten mich nie wirklich.

Auch wenn dieser Blogeintrag nicht wirklich positiv klingt, so geht es mir trotzdem gut. Ich habe den Ausdruck der Abscheu gesehen und erkannt, doch meine Bodyguards haben ganze Arbeit geleistet. Diese negative Schwingung ist nicht bis zu meiner kleinen Seele vorgedrungen. Doch gesehen hab ich ihn. Den Ausdruck der Abscheu. Und ich kann zukünftig gerne darauf verzichten.

© Libellchen, 2011

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