Loslassen

„Was du liebst, lass frei. Kommt es zurück, gehört es dir – für immer.“ So nennt sich eine Facebook-Gruppe. Und ich habe es jetzt endlich verstanden. Der süße Typ hat Angst vor Nähe. Für mich gibt es nichts schöneres. Wer also soll von uns nachgeben? Soll sich verbiegen? Ich hab da auch in „Glauben“ darüber geschrieben und dann hab ich eine Anmerkung dazu bekommen

‎“…verbiegen oder Abbiegen? Was lässt uns Abbiegen vom Weg der Gewohnheit? Liebe oder Neugier? Warum wieder Abbiegen – zurück zum Gewohnten! Und welches Thema spielt dabei die ZEIT? ist es Einschränkung nur weil wir etwas nicht GEWOHNT sind? Alles braucht doch Zeit, oder…“

Darüber musste ich erstmal nachdenken. Hat er sich für mich verbogen oder ist er zu mir abgebogen? Und wenn er abgebogen ist, warum hat er das getan? War es Liebe oder Neugier? Warum ist wieder zurück zum Gewohnten? Er ist nicht bereit für eine Beziehung mit einer gewissen Nähe, doch Dinge ändern sich mit der Zeit. Wobei ich mir keine Hoffnungen mache, dass die Zeit in diesem Fall auf meiner Seite ist. Die Zeit war noch nie mein Freund. Ich habe mich sehr geändert in letzter Zeit und auch einige Freundinnen von mir. Doch wir haben das getan, weil wir es wollten. Es war eine Entscheidung die von uns kam und nicht von jemand anderem.

Der süße Typ hat mir erzählt wie er mit seiner Frau zusammen gekommen ist. Sie hat ihn mehr oder weniger dazu „überredet“. Er fühlt sich dazu gezwungen. Nun. Ich werde ihn nicht zwingen. Ich lasse ihn gehen. Und der Rest ist seine Sache. Er kann den Rest seines Lebens Angst vor Nähe haben und sich vor seiner Umwelt verschließen, oder nicht.

Ich lebe mein Leben ohne ihn. Ich habe mir das Wissen behalten, dass ich Nähe zulassen kann und wie schön es sein kann. Doch ich werde nicht versuchen ihn zu überreden, dass das Leben viel schöner ist, wenn man Nähe zulässt. Es ist sein Leben, das muss er genauso führen wie er es will. Und vielleicht ändert er seine Meinung irgendwann und vielleicht kommt er dann zu mir und vielleicht will ich ihn dann auch noch. Doch darauf hoffen brauch ich nicht. Er ist mit seinem Leben zufrieden. Wer bin ich denn, dass ich ihm von etwas anderem überzeugen will, nur weil es mir persönlich gut täte.

Ich lass ihn los. Lass ihn ziehen. Lebe mein Leben ohne ihn. Und wenn er wirklich zurück kommt, weil er bereit für Nähe ist und ich ihn dann noch will, dann passt es wirklich. Dann muss sich keiner verbiegen und wir können glücklich in den Sonnenuntergang reiten. Doch ob dies jemals passieren wird, weiß ich nicht.

Für mich ist nun der Zeitpunkt gekommen zu gehen. Ihn hinter mir zu lassen und ihm das Beste für die Zukunft zu wünschen.

„Leb wohl“ oder „auf wiedersehen“, die Zeit wird es weisen.

© Libellchen, 2011

2 Kommentare zu “Loslassen

  1. Traurig aber auch schön – die Tiefgründigkeit gefällt mir…ich wünsche Dir, dass er das auch liest, nachdenkt und auch Deine Sichtweise versteht…das hilft ihm vielleicht dabei sich zu erkennen und umzudenken.

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