Sorgen

Es gibt Menschen die machen sich Sorgen um mich. Das ist zwar lieb aber nicht notwendig. Ich hab die Liebe meines Lebens verloren, da steht es mir rangmäßig zu, dass ich eine zeitlang leide. Ich laß es auch zu und kommuniziere es sogar. Es ging mir schon öfter mies und da hab ich es für mich behalten. Doch jetzt hab ich einen Blog und schreibe über meine Gefühle. Und alle negativen Gefühle die ich niedergeschrieben habe, brauche ich nicht mehr mit mir rumschleppen und der Stein auf meinem Herzen wird dadurch wieder ein wenig leichter.

Doch auch ich mache mir Sorgen. Sorgen um jene Menschen die die Augen vor der Realität verschließen. Heute haben wir im Büro über die Demonstrationen / Aufstände / Umstürze im nördlichen Afrika gesprochen. Und das einzige was einem Arbeitskollegen dazu eingefallen ist war „Es passiert doch jedes Jahr irgendwo, irgend etwas.“

Um ihn mache ich mir Sorgen!

Die Welt ist im Umbruch und er sieht es nicht. Was ich meine? Neben den unzähligen Affären im Inland haben auch unsere Nachbarn so ihre Probleme. Sehr viele Erkenntnisse treten zu Tage. Versickerte Millionen, vergessene Steuern, abgeschriebene Doktorarbeiten, minderjährige Mädchen als Sexpartnerin und noch sehr vieles mehr.

Ob irgendetwas Wahres daran ist, werden wir vielleicht irgendwann erfahren. Doch eines ist sicher: die Menschen wollen die Wahrheit wissen. Man denke nur an Wiki-Leaks. Die Menschen wollen nicht mehr belogen werden und auch nicht mehr von Diktatoren eingesperrt werden.

Ich frage mich nur, wie Menschen leben, die davon nichts mitbekommen? Die Welt verändert sich und es ist an der Zeit, dass wir für uns herausfinden, wer wir sind, um in den Stürmen die auf uns zukommen bestehen zu können. Zumindest sehe ich das so.

Ich glaube auch dass noch sehr vieles auf uns zukommen wird. Jetzt wird erstmal in Afrika kein Stein auf dem anderen bleiben, doch was kommt als nächstes? China? Korea? Iran? Ich glaube es wird sich die Welt in den nächsten Jahren extrem verändern. Und ich bin froh dass ich es kommen sehe.

Menschen die die Augen vor der Welt verschließen, werden ein Problem bekommen. Doch das ist dann deren Problem. Was ich nicht verstehe ist, wie kann man diese ganzen Krisen nicht sehen? Wie blind sind wir Menschen eigentlich? Ein Diktator schießt mit Flugabwehrraketen auf seine eigenen Bürger und spricht in einer Rede davon, wie sehr ihn sein Volk liebt. Und er ist noch nicht mal der erste, der gerade ein nachhaltiges Problem mit dem Machtverlust hat. Da waren schon zwei vor ihm!

Was mich am meisten daran fasziniert ist, es war ein verzweifelter Obsthändler, der den Stein ins Rollen gebracht hat. War er der Flügelschlag des Schmetterlings (Chaostheorie von Edward N. Lorenz)? Die Selbstentzündung eines Obsthändlers stürzt 2 Diktatoren, schon sehr faszinierend diese Welt!

Aus meiner Jugend kenn ich den Spruch „Stell dir vor es ist Krieg, und keiner geht hin.“ (Carl Sandburg) Viele Menschen, inklusive der Diktatoren dieser Welt, haben damit gerechnet, wenn sie nur genug Druck auf die Bevölkerung ausüben, dann zerschlagen sich die Demonstrationen. Dass die Menschen nicht mehr zu den Demonstrationen gehen, wenn sie die aufmüpfigen einsperren oder zusammen schlagen. Doch die Menschen sind stehen geblieben. Sie haben nicht nachgegeben und die Diktatoren dieser Welt haben Angst. Angst davor, dass auch die eigene Bevölkerung auf die Straße gehen könnte.

Ich glaube sie werden es tun. Auf der einen Seite bin ich total gespannt wie es weiter geht, doch anderseits bin ich schockiert von der Grausamkeit mit welcher die Menschheit versucht, erworbene Macht zu behalten.

Also macht euch nicht um mich Sorgen! Ich bin nur traurig, das wird schon wieder. Macht euch lieber Gedanken darüber in welche Richtung sich die Welt bewegt und in welche Richtung ihr euch bewegen wollt.

© Libellchen, 2011

Ein Kommentar zu “Sorgen

  1. schön gesagt. ich denke mir oft, wer ich denn eigentlich bin mit meinen lächerlichen problemchen, während andere menschen noch nicht einmal ein dach über dem kopf haben. und dass ich alleine durch den zufall, in mitteleuropa geboren zu sein, enormes glück habe. stimmt einen nachdenklich.

    liebe grüsse,
    aprikose

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